Das vierte Chakra: Anahata Chakra

 

Anahata Chakra

Herz Chakra

Das Anahata Chakra ist das Mittlere der sieben Haupt Chakren und gilt als Brücke zwischen den drei unteren weltlich orientierten und den drei oberen spirituell ausgerichteten Chakren.

Ein ausgeglichenes Herz Chakra lässt uns Mitgefühl, Liebe und Güte gegenüber uns selbst aber auch gegenüber anderen empfinden - unseren Partnern, Familien Angehörigen, Freunden, Kollegen, aber auch gegenüber komplett Fremden. Es erfüllt uns mit einem Gefühl von Zufriedenheit, Glück und innerem Frieden. Kann die Energie im Herz Chakra fließen, fühlen wir uns gleichzeitig geerdet und frei wie ein Vogel. Dann sind wir in der Lage ohne Erwartungen und Bedingungen zu lieben, von einem Ort des uneingeschränkten gegenseitigen Verständnisses.

Durch das Öffnen des Anahata Chakras steigert sich unsere Selbstachtung, der Blick weitet sich auf die positiven Seiten des Lebens und wir werden offen für die bedingungslose Liebe. Die Suche nach Frieden im Herz Chakra, ermöglicht es unser wahres Selbst anzunehmen und tiefe Verbundenheit in unseren Beziehungen zu empfinden.

 

Das Herz Chakra auf einen Blick

AnahataChakra.jpg

Sitz: Mitte der Brustwirbelsäule, auf Höhe des Herzens
Chakra Farbe: Blau
Aura Farbe: Hellgrün
Bija Mantra: Yam
Yantra (Symbol): Sechszackiger Stern
Chakra Tier: schwarze Antilope/ Gazelle/ Reh
Tattwa (Element): Vayu (Luft)
Sinneswahrnehmung: Tastsinn
Charaktereigenschaft: universelle Liebe, Hingabe, Heilung, Beziehung, Mitgefühl, Sensitivität, Herzensfreude, Feingefühl, Offenheit, Anpassungsfähigkeit, Toleranz, vielseitiges Interesse, Verstehen, Aufnahmefähigkeit
Blockierende Ängste: Angst vor Herzschmerz, Trauer und Verletzung; Angst vor Verletzlichkeit; Angst, sich zu öffnen; Angst, Liebe zu empfangen und genährt zu sein
Asana (Körperstellung): Matsyasana - Fisch, Bhujangasana - Kobra, Dhanurasana - Bogen, Kapotasana - Taube, Ushtrasana - Kamel, Halasana – Pflug

 

Eigenschaften und Funktionen

Das Herz Chakra verarbeitet die Erfahrungen der Liebe und der feinen Gefühle und Empfindungen, die mit ihr zusammenhängen. Zu diesen Gefühlen gehören Liebe, Mitgefühl, Hingabe, Trauer, Schmerz und Dankbarkeit.

Das Herz Chakra entwickelt unsere Fähigkeit zu bedingungsloser Liebe und Hingabe. Durch das Herz Chakra erkennen wir die wahre Natur sowohl der Dualität, als auch der Liebe. Hier im Herzen ist die reine, universelle Liebe unserer Seele zu Hause, die alle Menschen und Ereignisse mit nicht-wertender Akzeptanz annehmen kann. Im Licht dieser Liebe fühlen wir unsere innerste Wahrheit und lernen so, zu unterscheiden, ohne dabei zu verurteilen.

Auf der körperlichen Ebene ist das Herz Chakra verbunden mit dem Herzen und der Lunge. In der jeweils polaren Natur dieser Organe können wir eine starke Symbolkraft erkennen: Der Raum, den das Herz Chakra uns eröffnet, liegt jenseits von Ein- oder Ausatmung, jenseits von Anspannung und Entspannung, es ist der Raum, in dem all diese Dinge geschehen, ein Raum jenseits der Dualität. Durch das Herz Chakra verbinden wir uns mit der bedingungslosen Liebe der Einheit, die allen Erscheinungen zugrunde liegt. Unsichtbar wie die Luft, die das Element dieses Chakras ist, wird diese Einheit hinter den Dingen endlich für uns spürbar. Diese Symbolik zeigt sich besonders deutlich im Atem – als Verbindungsstrom zwischen uns und der Schöpfung, in dem die Luft, die uns umgibt, in uns eindringt und als unser Lebensatem wiederum die Welt berührt. 

Das Herz Chakra ist von großer Sensitivität. Hier sind wir berührbar bis in unsere Seele und spüren auch alle anderen Wesen  in ihrer wahren Essenz. Der zugehörige Sinn des Tastsinns deutet an, worum es bei diesem Chakra geht: spüren, fühlen, berühren und berührt werden. Auch die starke Verbindung des Herz Chakras zu den Händen manifestiert symbolisch die Fähigkeit zu berühren, zu umarmen, zu geben und zu empfangen. 

Erst durch die transzendente Liebe des Herz Chakras wird es uns möglich, so viel zarte Offenheit überhaupt zulassen zu können. Und hier erklärt sich auch der zunächst mysteriöse Sanskrit-Name dieses Chakras: Anahata bedeutet „nicht angeschlagen, unbeschädigt“, was auf die transzendente Natur des Herz Chakras hindeutet. Das Herz Chakra öffnet den Zugang zu einer Liebe, die jenseits von Freude, Leid, Schmerz und Verletzung ist – eine Liebe, die alle Wesen und Erscheinungen bedingungslos liebt, und einen Raum öffnet, in dem wir alles fühlen können, was immer es auch ist. Diese Liebe ist so stark, das keine Dunkelheit und kein Schmerz sie beschädigen kann.

 

Erkennen eines Ungleichgewichts

Wann immer wir eine Erfahrung machen, die den Eindruck erweckt, wir wären getrennt und abgeschnitten von der Liebe oder hätten keine Liebe zu geben, kann dies zu traumatischen Störungen des Herz Chakras führen. Verlust, Ablehnung, Verrat, Trauer, Liebeskummer, Trennung, Scheidung und Kummer sind Beispiele für Erlebnisse, die tiefe Verletzungen und Blockaden des Herz Chakras hinterlassen können, wenn sie nicht verarbeitet werden konnten. 

Äußere Symptome eines über- oder untersteuerten vierten Chakras:

  • Probleme emotional zufriedenstellende Beziehungen zu genießen

  • Unfähigkeit Balance im Nehmen und Geben zu finden

  • Gefühle wie Schüchternheit, Einsamkeit, Besitzgier, Eifersucht, Unfähigkeit zu Verzeihen, Mangel an Empathie

  • Schwierigkeiten die eigenen Gefühle zum Ausdruck zu bringen

  • Maßlose Forderungen an Andere zu stellen um den Mangel an Liebe für sich selbst zu kompensieren

Auf der körperlichen Ebene kann sich eine Blockade des Herz Chakras in folgenden Problemen zeigen: Eingefallene Schultern, Herzerkrankungen, Herzrhythmusstörungen, hoher oder niedriger Blutdruck, Lungenerkrankungen, Asthma, Atembeschwerden, Allergien, Schmerzen in der Brustwirbelsäule und Schultern und Hauterkrankungen.

 

Ausgleich – Aktivierung – Harmonisierung

Die Heilung eines blockierten Herz Chakras erfordert vor allem die Bereitschaft, wieder bedingungslos zu fühlen und zu spüren, tief in die Erfahrung einzutauchen – in die angenehmen, wie auch die unangenehmen und in diesem Spüren in eine Akzeptanz jenseits aller Wertungen zu gelangen, in reines liebendes Empfinden von dem, was ist. Das Herz Chakra öffnen bedeutet auch, sich der eigenen Verletzlichkeit aufrichtig zu nähern, sich der tiefen Sehnsucht nach bedingungsloser Liebe bewusst zu werden – und diese Liebe in sich selbst zu entdecken.

Aktivierung und Harmonisierung

  • Durch spezielle Meditationen, insbesondere durch Visualisierung eines luftigen Frühlingswinds oder einen grünen (oder hellblauen) sechszackigen Stern auf Höhe des Anahata Chakras

  • Durch spezielle Affirmationen wie „Ich liebe mich selbst und all meine Mitmenschen“, „Ich bin voller Mitgefühl, Akzeptanz und liebevoller Zuneigung“, „Ich vergebe ohne zu zögern und ohne Groll“, „Mein Herz ist offen und meine Liebe unermesslich“

  • Durch spezielle Pranayamas (Atemübungen) wie achtsames Atmen in den Brustkorb, Nadi Shodhana auch Wechselatmung genannt oder Bhramari die Bienenton-Atmung

  • Durch Mantras, z.B das Bija Mantra Yam

  • Durch Asanas, insbesondere Matsyasana - der Fisch, Bhujangasana - die Kobra, Dhanurasana - der Bogen, Kapotasana - die Taube und Variationen davon (z.B Eka Pada Rajakapotasana - die einseitige Königstaube), Ushtrasana - das Kamel, Halasana - der Pflug

Unterstützung

  • durch Aromen: Rose, Jasmin, Kardamom

  • durch Räucherstoffe: Kardamom, Süßgras, Beifuß

  • durch Nahrung:

    • Leichte Mahlzeiten: Reis, gedünstete Gemüse, Sprossen und Keime, Salate, Obst,

    • Essbare Blüten als Deko und im Salat: Borretsch-, Kapuzinerkresse-, Holunder-, Rosenblüten, Gänseblümchen, Löwenzahnblüten, usw.

    • Dazu reichlich duftende, grüne Kräuter: Basilikum, Koriander-Grün, Majoran, Oregano, Petersilie, Rosmarin, Thymian, Quendel

    • Duftende Blüten-Tees und -Wasser: Rose, Ringelblume, Lavendel. Kamille, Jasmin, Holunderblüten, …

    • Herzöffnende Spezialitäten: Lotus-Samen bzw. -Nüsse, rote Äpfel (bekannt seit Adam und Eva!), Rosenwasser

  • Sinnlich-kreative Arbeit mit den Händen entfalten durch die enge energetische Verbindung eine positive Wirkung auf das Herzchakra

  • Ehrliche und liebevolle Umarmungen und Berührungen.

Die letztliche Heilung des Herz Chakras liegt in der Erkenntnis der wahren Natur der Liebe: Das sie der wahre Urgrund unseres eigenen Wesens ist, ewig, allgegenwärtig, unerschöpflich und ununterbrochen. Dass die Liebe nicht etwas ist, was wir bekommen, sondern etwas, das sich in uns und durch uns offenbart.

 

Liebe ist wie der wind. man kann sie nicht sehen, aber fühlen.

 

Quellenverweis:

„Asana Pranayama Mudra Bandha” von Swami Satyananda Saraswati, Yoga Publication Trust, Munger, Bihar, India
https://wiki.yoga-vidya.de
www.chakren.net

Dank geht an den VEREIN ZUR FÖRDERUNG GANZHEITLICHER GESUNDHEIT und Dr. Joerg Schweikart, den Herausgeber von www.chakren.net